Rezensionen-Reiter als Facebook-Tab

Facebook weitet seine Relevanz als Bewertungsportal aus. Die Bewertungen, die bis dato insbesondere im mobilen Auftritt eine durchaus übergeordnete Rolle spielten, haben von Facebook nunmehr auch einen Reiter-Tab spendiert bekommen. Dieser Tab nennt sich „Rezensionen“ und wird prominent in der Tab-Struktur auf Facebook-Seiten eingebunden. Zur Veranschaulichung zeigen wir hier einen aktuellen Screenshot der Facebook-Seite vom Theater Dortmund:

Theater Dortmund Facebook Rezensionen

Zur Probe eine Premiere: Ein TweetUp am Theater Koblenz

Nun hatten wir ja in unserem Jahreseingangspost bereits gefragt, ob neumodische Instrumente wie „TweetUps“ (Btw. Warum eigentlich „TweetUp“ und nicht „Tweet’n Greet“ oder „Tweety“…?) tatsächlich die Zukunft des modernen Theater-Marketings sein können. Gestern bekamen wir dann die Gelegenheit, einen derartigen TweetUp auf Herz und Nieren zu testen. Das Theater Koblenz lud eine gedeckelte Anzahl mobil-orientierter Menschen ein, sich am TweetUp zur Probe der Comedian Harmonists zu beteiligen. Doch damit nicht genug: Vor der eigentlichen Probe hatten die Beteiligten – inklusive unserer Wenigkeit – fast zwei Stunden Zeit, ins architektonische Innenleben des Theater Koblenz hineinzuschnuppern, zum Teil sogar unter Führung. Ein für das Theater selbst sicherlich nicht zu unterschätzender Aufwand, schließlich saßen in den Korridoren eine ganze Reihe von Angestellten, die mit an Unsicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch gerne Markus Lanz im ZDF bedauert hätten. Selbst wenn – die Menschen vermittelten eine Freundlichkeit, die zumindest den Anschein erweckte, man selbst sei ein gern gesehener Gast.

Spannend jedenfalls zu sehen, wieviel Substanz eigentlich hinter, neben und unter der Bühne vorhanden  ist. Diese Dinge, die in vielen polemischen Diskussionen zum Thema kommunale Kultur deutlich zu kurz kommen, sollten durch ihre Betreiber viel häufiger thematisiert werden.

Die regionale Presse in Form der Rhein-Zeitung betätigte sich übrigens als heimlicher Treiber der Veranstaltung. So hielt Chefredakteur Lindner zu Beginn eine Theater-Koblenz-Social-Media-Laudatio und zeigte damit, dass Lobbyismus nicht gar so schlecht wie sein (aktueller) Ruf ist. Allein jetzt – keine 12 Stunden nach dem Event – finden wir auf www.rhein-zeitung.de bereits zwei Artikel zum Thema – und die Printvariante zum Montag Morgen wird sich sicherlich nicht lumpen lassen.

TweetUp Theater Koblenz

Twitter-freie Zone im Theater Koblenz

PR ist sowieso ein gutes Stichwort. Soviel kostenlose PR wie an einem Abend generiert man in der Regel selten im ganzen Jahr. Sicherlich bleibt die Qualität zu hinterfragen, doch es wäre vermessen, stets nur aus dem Ei gepellte, von höchster Eloquenz strotzende Journalisten-Texte zu berücksichtigen, wenn es um die Bewertung der Reputation für ein Theater geht. Ein ganz entscheidender Aspekt ist doch, Menschen über einen Brückenschlag zu gewinnen, die ansonsten eher rudimentär für die Kultur zu begeistern sind. Jetzt können wir zwar nur orakeln, wie viele kulturelle Grenzgänger gestern teilgenommen haben, doch es muss schlichtweg versucht werden, das Potenzial, das die heutige Online-Maschinerie in sich birgt, für die eigenen Zwecke zu nutzen. Und diese Zwecke können schlussendlich nichts anderes sein, als Besucher für Vorstellungen zu gewinnen. Wie wir hier an anderer Stelle schon sagten – Social Media ist mehr als Social Delivery über dogmatisierte Facebook-Seiten.

Um nunmehr den Bezug zu gestern herzustellen und das ist ein Kritikpunkt unsererseits – es fehlte die Animation zum gemeinsamen Kennenlernen. Nicht selten schauten wir ins Foyer, während alle anderen voller Inbrunst auf ihr Mobilgerät stierten. Selbstverständlich? Vielleicht. Aber halt schade, irgendwie. Hier hätte das Theater Koblenz durchaus aktiver dazu beitragen können, mehr als nur den Hashtag #tweetupKO zur menschlichen Konnektion zur Verfügung zu stellen. Allerdings bestand nach Ende der „offiziellen“ Veranstaltung die Möglichkeit, in der Kantine des Theaters noch einmal zusammenzukommen, um über das Erlebte vielleicht auch zu sprechen – wir nahmen daran aber nicht mehr teil.

Die Probe an sich wurde weiter eifrig von den Twitterern begleitet. Man hatte hierbei nicht den Eindruck, als dass sich die Protagonisten von der herumtippenden Masse groß beeinflussen ließen. Im Gegenteil – hin und wieder setzten Regie und Assistenz charmante Nadelstiche in Richtung Publikum – verbal und digital, versteht sich. Ob es Sinn machen könnte, hier das Publikum auch digital mehr miteinzubeziehen und das Empfinden gegenüber dem Dargestellten abzufragen, sei dahingestellt.

Außerordentlich interessant wäre es nun, tatsächlich zu messen, welche TweetUp-Teilnehmer letzten Endes auch konvertieren, das heißt dem Stück auch live beiwohnen. Darauf kommt es schließlich an. Und wiederum auf deren Mund-, pardon … Tweetpropaganda. Sollte diese „Lawine“ ins Rolle kommen, kann der TweetUp eine echte Alternative werden. Schließlich ist Geltungsbedürfnis ein höchstes „Gut“ innerhalb der Netzwelt. Wenn man dann noch geradezu animiert wird und einem nichts krumm genommen wird, nur gut.

Wir könnten nun natürlich stundenlang weiter über das Für und Wider von TweetUps philosophieren, doch dafür ist es an dieser Stelle noch zu früh. Wir bedanken uns jedenfalls erstmal ganz recht herzlich beim Theater Koblenz für die Möglichkeit, am TweetUp zur Probe der Comedian Harmonists teilzunehmen und wünschen dem Theater vor allem eines: Viele Follower auf vollen Rängen!

TweetUp Theater Koblenz

Und nicht vergessen…

 

 

#tweetupKO – theater2null ist dabei!

Gleich gehts auf die Reise. Das Theater Koblenz lädt heute zum Tweetup und theater2null ist dabei.

Wer mag, kann den Tweets direkt bei uns auf dem Blog folgen:


Ein ausführlicher Bericht über den Abend folgt.

Die kulturelle Facebook-Zukunft…

Mal aus dem Bauch heraus: Was Kultur in Deutschland auf Facebook ist und wohin die Reise doch eigentlich gehen sollte:

Die kulturelle Facebook-Zukunft…

… enthält Woche für Woche Ankündingungen aktueller Stücke?
… verteilt permanent Fotos von Produktionen?
….reflektiert zum x-ten Mal den eigenen Veranstaltungskalender?
… verschenkt Tickets an die erstn 50 „Liker“, wenn nicht genügend Nachfrage absehbar ist?
… wünscht frohe Ostern, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch?

… macht die Kultur transparent!
… bezieht Nutzer mit ein!
… lässt Nutzer diskutieren!
… versucht sich im Storytelling!
… inspiriert und akquiriert Kultur-Besucher!
… möchte verkaufen – Tickets verkaufen!

Suchmaschinenoptimierung

Genaue Traffic-Daten für organisches SEO in den Google Webmaster Tools

Die Google Webmaster Tools liefern seit Beginn des Jahres offenbar exakte Traffic-Zahlen aus den organischen Suchergebnissen. Wurden vorher lediglich Rundungswerte betrachtet, werden nun – zum Stichtag auch rückwirkend ca. 12 Wochen – exakte Google-Zahlen dargestellt. Im Vergleich bedeutet das:

ALT

Keyword: theater musterdorf
Impressionen: 10.000
Klicks: 4.000

NEU

Keyword: theater musterdorf
Impressionen: 10.432
Klicks: 3.897

Damit liegen zum ersten Mal exakte SEO-Trafficzahlen ohne Hinzunahme externer Tools wie etracker, webhits oder Google Analytics vor. Fraglich jetzt natürlich, welche Kulturbetriebe für Ihre Webseite überhaupt die Google Webmaster Tools nutzen. Für Hilfen zur Einrichtung könnten diese uns gern mal eine Mail schreiben!

 

Digitales Marketing im Kultur- und Theaterbereich: 5 Trends für 2014

Zugegeben – „Trends“ und folglich „innovativ“ sind die nachfolgenden Vorschläge nicht gerade, da allesamt schon längst bekannt. Genutzt allerdings werden die Maßnahmen allerdings vielfach noch unzureichend, so dass es aus unserer Sicht an der Zeit wäre, die (Online-)Marketing-Strategie langsam danach auszurichten.

1 – Responsives Webdesign:

Wir schrieben es bereits vor Monaten – eine Website ohne Responsives Design ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Anzahl der mobilen Nutzer und damit die Dauer der mobilen Nutzung steigt laufend. Umso wichtiger ist es, die eigene Homepage bzw. alle administrierten Webportale an diese Umstände anzupassen. Glücklicherweise sind bekannte externe Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. ohnehin schon mobil optimiert, so dass sich der Investitionsaufwand für gewöhnlich auf die eigenen Webseiten reduziert.

2 – Google AdWords: Ein total alter Hut – AdWords (Keyword Advertising) gibt es, seitdem es Google gibt. Genutzt wird es von Kulturinstitutionen kaum. Ein schönes Gegenbeispiel ist die Komische Oper Berlin, die seit einiger Zeit bereits bezahltes Suchmaschinenmarketing für den Ticketverkauf und die Reichweitensteigerung nutzt.

3 – Online-Ticketing: Der Verkauf von Tickets läuft vielfach noch sehr klassisch: Telefonbestellung, Vorverkaufsstellen, ja gar Faxbestellungen sind keine Seltenheit bei deutschen Bühnen. Zeitgemäß ist dies nicht. Heißt natürlich nicht, dass wir das abschaffen wollen. Nur wenn heute über Suchmaschinen nach „Theater Musterstadt Tickets“ gesucht wird, muss zwingend eine Online-Bestellmöglichkeit her. Und sei es nur eine Reservierungsmöglichkeit mit Platzwahl…

4 – Online Event Management: Opern, Theater und Museen müssen in Zeiten knapper kommunaler Kassen zusehen, dass sie volle Häuser bekommen. Und da gerade deutsche Städte bei Touristen immer beliebter werden, ist es extrem wichtig, sich so stark als möglich in den Vordergrund zu rücken. Plakate auf Litfaßsäulen heruntergekommener Stadtteile sind da wohl eher vergebene Liebesmüh‘. Stattdessen gilt es, sich auf Online-Plattformen der Städte, Kommunen und Veranstaltungskalender zu platzieren. Wie prominent, hängt natürlich vielfach vom Verhandlungsgeschick der verantwortlichen Marketing-Experten ab. Hier gilt es, soviel Penetrationsmarketing wie nur möglich zu betreiben. Dabei jedoch bitte nicht vergessen, dass es auch internationale Leser dieser Webseiten gibt…

5 – Tweetups???: Wir haben uns bewusst für die Fragezeichen entschieden, da wir aufgrund mangelnder Erfahrung selbst noch nicht genau einschätzen können, was es bringt, während einer Vorstellung herumzutwittern. Zum Glück haben wir im Januar im Theater Koblenz die Gelegenheit, uns von einer Praxistauglichkeit zu überzeugen.

Facebook als Bewertungsplattform nun mit SEO-Effekt

Seit einiger Zeit kann man ja nun auch Unternehmen und Institutionen, die eine eigene Facebook-Seite betreiben, mit einem Sterne-Rating von * bis ***** versehen. Man findet diese Möglichkeit in der rechten Spalte der Timeline unter dem Titel „Rezensionen“. Heißt also, dass nicht nur ein Rating abgegeben, sondern eben auch ein Bewertungskommentar hinterlegt werden kann. Alles optional, versteht sich:

facebook-rezensionenZu Marketing-Zwecken wird dies bislang von kaum einem Seitenbetreiber exzessiv genutzt. Dabei bietet sich die prominente Platzierung dieser Bewertung im Kontext der Marke (= Unternehmen | Institution | Organisation) geradezu dafür an, dies auch für Marketing-Zwecke in puncto Reputationsmanagement zu nutzen.

Zum einen findet sich das Rating auf der Startseite der Facebook-Seite wieder, nämlich unmittelbar unter dem Namen. Und zum anderen beobachten wir vermehrt auch die Integration in die Google Suchergebnisliste. Auf beiden Plattformen macht sich eine schlechte Reputation immer … schlecht.
Bewertungsplattform Facebook
Bewertungsplattform Facebook

Übrigens: Der Zweizeiler auf Google unterhalb des Sterne-Ratings – das so genannte Snippet – ist teil-standardisiert, ein wenig aber auch beeinflussbar. Hinter „[…] were here.“, was den Standard abschließt, besteht für Seitenbetreiber die Möglichkeit, hier zumindest eine (ganz) kurze prägnante Information variabel zu hinterlegen. Hierfür ist das Intro des Informationsbereichs zu pflegen:

Informationsbeschreibung der Facebook-Seite

 

Wikipedia-Eintrag anlegen und … aktuell halten

Wikipedia-Einträge gelten heute als Internet-Standard. Während die Gemeinde noch vor wenigen Jahren deutlich strenger mit dem Freischalten von Wiki-Seiten – insbesondere Unternehmens-Profilen – war, bekommt man immer mehr den Eindruck, dass es im Wiki mittlerweile nichts gibt, was es nicht gibt. Ja, sogar politisches Getöse ist zwischenzeitlich Bestandteil des Online-Dudens. Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten….

Kein Unsinn ist es jedoch, den wahren Wert als Marketing-Instrument für sich zu erkennen. Und vor allem Theater, Opern und Museen profitieren von Entwicklungen in Google im Einklang mit Wikipedia maßgeblich. Schließlich sind Städte-Reisen „in“ und brauchte man früher noch literarische Reiseführer, erfüllen heute Google und Konsorten diesen Effekt.

Im hier bereits mehrfach erwähnten Knowledge Graph werden die wichtigsten Ausflugsziele innerhalb mehr oder weniger großer Ortschaften in einer anklickbaren Fotoreihe dargestellt. Suche ich also nach ‚Berlin‘, erscheint im Knowledge Graph der Suchergebnisse folgende Leiste:

Suchergebnis in Google nach "Berlin"

Unter „Interessante Orte“ kann ich somit schnell mein Sightseeing-Programm zusammenstellen. Toll wäre es nun, wenn hier die kulturellen Aushängeschilder zu finden wären. Zumindest in Berlin ist das der Fall – ein Klick auf „Interessante Orte“ und ein bisschen Scrolling nach rechts zeigen mir nun Museen, Philharmonie, Opern und Deutsches Theater. Eine kulturelle Rundum-Versorgung also:

Berlin: Interessante Orte

Nun sollte es also Pflicht sein, „sein“ städtisches Theater / Museum / etc. hier in diesen erlesenen Kreis zu befördern. Häufig hat Google dies bereits erledigt. Doch auch dann besteht keine Gewähr darüber, dass das so bleibt. Eine zentrale Quelle dieser Daten ist Wikipedia, was unschwer an den Teasern der jeweiligen Knowledge Graph-Box zu erkennen. Übrigens sei auch hier angemerkt – ein guter Teaser animiert zum Weiterlesen / -klicken.

Die Ausführlichkeit des Eintrags kann gar nicht ausführlich genug sein. Darüber hinaus sorgen passende Fotos in Qualität und Quantität für entsprechende Relevanz. Und nicht zu unterschätzen, der Faktor Aktualität. Vielfach verstaubt der kulturelle Wiki-Eintrag und enthält Informationen, die manche Leser bereits vor zwei Jahren 1:1 gelesen haben. Im übrigen verringern sich dadurch auch Klickraten des Wikipedia-Eintrags, womit die Google-Relevanz sinkt.

Abschließend – und das ist vor allem ein Appell an kleinere Theater – Wikipedia-Seiten wie „Liste deutschsprachiger Theaterbühnen“ fordern gerade dazu auf, auch kleinere Theater mit einem Wiki-Eintrag zu bestücken. Ob es damit irgendwann mal für die Integration in den Knowledge Graph reicht, bleibt erst einmal unbeantwortet.

 

 

Online Marketing Suchmaschinenoptimierung

.theater-Domains ab November 2013

Ab Ende diesen Jahres stehen eine ganze Reihe neuartiger Top Level Domains zur Verfügung. Kannte man bislang in der Regel länderspezifische Domain-Endungen wie musterseite.de, musterseite.at oder musterseite.ch und darüber hinaus allseits bekannte Endungen wie *.info, *.com, *.tv ., sind nun ab November 2013 so genannte generische Domains auch in Deutschland verfügbar. Diese haben eine themenbezogene Endung und bieten damit neue Möglichkeiten bei der Auswahl der Primär-URL für die Website.

Statt immobilien-koeln.de wären in Zukunft also immobilien.koeln oder koeln.immobilien technisch über das https- oder http-Protokoll auflösbar.

Für Kulturbetriebe sind bei diversen Domain-Discountern wie http://www.webwide.de/ bereits folgende Endungen in Verbindung mit einem Domainnamen reservierbar:

.theater (z.B. als hamburg.theater oder thalia.theater)
.hamburg (z.B. als theater.hamburg oder thalia-theater.hamburg)
.blog (z.B. als thalia-theater.blog)
.booking (z.B. theater-tickets.booking)
.mobile (z.B. theater-hamburg.mobile)
.video (z.B. thalia-theater.video)
.theatre
.koeln
.berlin

Einfach mal schauen und vorbestellen, bevor es ein anderer tut.

Die Oper von heute braucht neue Gesichter … im Publikum

Jeder Wirtschaftszweig und jede Branche ist abhängig von Zielgruppen. Jede Marketing-Maßnahme soll dafür sorgen, dass das Zielpublikum erreicht wird und … kauft. Ganz gleich, ob es sich dabei um ein klassisches Konsumgut oder eine Eintrittskarte in die Oper handelt. Und gerade die Oper hat eine durchaus schwierige demographische Struktur. Vermutlich ist jedem von uns, der zum Jahrgang 73 aufwärts zählt, Operngänger ist, und sich selbst (hoffentlich) noch einer vollen Haarpracht erfreuen kann, aufgefallen, dass das Standardpublikum der Oper aus einer durchaus beträchtlichen Zahl recht ergrauter Köpfe besteht.
Jolie O`Dell fragt daher in Ihrem Artikel Tech’s night at the opera: can young money rescue this age-old art form? nicht ganz zu unrecht, wie man dieses Ungleichgewicht in der demographischen Struktur langfristig „bekämpfen“ kann. Nicht unbedingt damit, dass von nun an 50+ durch die Bank von Studenten, jungen Arbeitern und dynamischen Freiberuflern ersetzt werden soll, sondern eher unter der Maßgabe, die neue (digitale) Generation inhaltlich an die Oper heranzuführen. Denn „von heut auf morgen“ wird niemand in die Oper gehen. Der Operngang per se resultiert gewissermaßen aus Erziehungssache. Und wenn die Erziehungsberechtigten „versagt“ haben, muss die Oper selbst Hand anlegen.
Denn ganz klar ist nur folgendes: Der Opern-Kunde der heutigen Zeit stirbt aus und wie jedes Produkt braucht auch die Oper in Zukunft Abnehmer. Sonst geht sie unmissverständlich irgendwann bankrott. Insbesondere müssen daher Opern heutzutage im Marketing dem Always-On-Trend Ihrer künftigen 50+-Generation Rechnung tragen. Eine Oper, die sich der digitalen Entwicklung (aus politischen oder was-auch-immer- Gründen) verschließt, ist daher im Grunde zum Scheitern (vor)verurteilt.
Womöglich sollten im ersten Schritt auch klassische Konventionen überdacht werden: Damit also nicht nur etablierte Formalismen „Telefongeräte und Fotoapparate müssen ausgeschaltet werden“ durch „Smartphones müssen ausgeschaltet werden“ ersetzen, sondern generell über derlei (Verbote) hinwegsehen. Denn wer twittert schon gerne drei Stunden später im Bus oder auf der After-Show-Party über ein unmittelbares Erlebnis während der Operninszenierung? Eine Frage, die wir erst einmal unbeantwortet lassen….